Kontrollierte Hobbyzucht im Sinne des RZV e.V Mitglied im VDH

Allgemeines

Auf dieser Seite geht es um Gedanken rund um den HOVAWART, seine Haltung,Gesundheit, Verwendungszweck und auch witziges und nicht so ernst gemeintes........

URSPRUNG.......  

Der Hovawart ist eine sehr alte deutsche Gebrauchshunderasse. Der Name stammt aus dem Mittelhochdeutschen : Hova = der Hof und wart = der Wächter. Seit 1922 wurde diese Rasse unter Verwendung von typmäßig ähnlichen Hunden, die man auf Bauernhöfen noch vorfand, neu herausgezüchtet. Außerdem wurden Einkreuzungen von Deutschen Schäferhunden, Neufundländern, Leonberger und weiteren Hunderassen in den ersten Jahren der Zucht vorgenommen. Durch starke Selektionsmassnahmen wurde der ursprüngliche Gebrauchshundetyp wieder erreicht. Im Ursprungsland wird auf den Gesundheitszustand des Hovawarts sehr grosser Wert gelegt. Insbesondere ist die Hüftgelenksdysplasie durch jahrzehntelange Selektion auf HD-freie Tiere bis auf wenige Prozent zurückgedrängt worden. Es wird erwartet, dass diese Bemühungen in allen Hovawart-Zuchtvereinen Nachahmung finden.

 

HD......

Aus diesem Grunde hat der RZV seit 01.01.2015 einen neuen Gutachter, der die Hüften unserer Hovawarte auswertet. Bei dieser Betrachtung hat sich nun herausgestellt, dass die Hüften unserer Hovawarte nach wie vor sehr gut sind, jedoch durch diese genauere Betrachtungsweise, die Ergebnisse andere sind. Nur der strengen  Selektion auf HD-freien Tieren ist es zu verdanken, dass der RZV jetzt diesen Weg der Präzision gehen kann. Damit auch und gerade in der Zukunft auf die "Kleinigkeiten", die bislang wenig Einfluss auf die Ergebnisse hatten, züchterisch Einfluss genommen werden kann. Auch zukünftig werden nur Tiere in der Zucht eingesetzt, die keinen HD Befund haben.

Weiter Infos zur neuen Beurteilung hier:     Teil1,    Teil2

 

Verhalten und Charakter......

Der Hovawart ist ein anerkannter Gebrauchshund zu vielseitiger Verwendung. Von der Veranlagung her ausgeglichen und gutartig, besitzt er Schutztrieb, Selbstsichterheit und Belastbarkeit, mittleres Temperament und eine sehr gute Nasenveranlagung. Seine harmonisch abgestimmten körperlichen Verhältnisse und eine besondere Bindung an seine Familie machen ihn insbesondere zu einem hervorragenden Begleit-, Wach-, Schutz-, Rettungs- und Fährtenhund.      

Der RZV besitzt bundesweit ein breites Netz aus qualifizierten Standard- und Leistungszüchtern. Bei der Leistungszucht stammen die Welpen von Eltern und Großeltern, die - neben den geforderten Zuchtvoraussetzungen ihre Leistungsfähigkeit von 6 Ahnen, mindestens 4 eine Vielseitigkeitsprüfungen für Gebrauchshunde (Fährte, Unterordnung, Schutzdienst) erfolgreich demonstriert haben.

 Unter den VDH-Mitgliedsvereinen für die Rasse Hovawart ist der RZV der einzige Zuchtverein, der Welpen aus Leistungszuchten anbietet.

Schaumschläger
 
Der folg. Beitrag wurde mir mit freundlicher Zustimmung von Christiene Jendrike zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Sie besitzt selbst eine Hovawartin, Enja.  zum vollständigen Artikel kommt man hier: IDEENLESE
 

Der Hovawart, kein Jederwart

Denn bei aller Liebe und Begeisterung für diese Rasse ist ein Hovawart eines ganz bestimmt nicht:

 Ein Jederwart!

Was für jeden Hund gilt, dass er gute Anleitung, Erziehung und Führung braucht, das gilt für den Hovawart ganz besonders. Denn dieser Typ verzeiht keine Nachlässigkeit.

Er ist kein einfacher Mitläufer. Hier fordert eine sehr starke Persönlichkeit eine noch stärkere, nämlich einen Hundehalter, der souverän und kreativ genug ist, den Spagat zwischen Strenge und Sensibilität zu schaffen. Und zwar ohne Ausnahmen und mit jeder Menge Humor, Gelassenheit und Konsequenz.

Der Hovawart merkt sofort, wenn er einen „Schwächling“ oder „Unwissenden“ vor sich hat und wird dies in seinem Sinne ausnutzen. D.h., er wird vehement und voller Hingabe versuchen, sein Ziel zu erreichen, und zwar unter Einsatz seiner Bärenkräfte.

Abgesehen davon, dass ich nicht an „den Familienhund“ glaube, ist der Hovawart schon mal gar keiner, wenn man sich darunter einen von Anfang an leichtgängigen, verschmusten und unterwürfigen „Typen“ vorstellt. Es ist auch nicht per se so, dass alle Hovawarte gut mit Kindern, geschweige denn mit kleinen Kindern auskommen.

Wird er in dieser Richtung ausdauernd und mit Vorsicht sozialisiert, kann das natürlich gut gehen.
Aber wer traut sich zu, gleichzeitig einen Hoviwelpen, der sehr schnell sehr groß wird, und kleine Kinder zu betreuen?

Bitte nicht diesen Stress!

Die oft zitierte Sensibilität des Hovawarts macht sich vor allem darin bemerkbar, dass dieser Hund alles registriert und wahrnimmt, sich keinesfalls bedingungslos ausliefert und schneller rebelliert als andere Rassen.

Er braucht kurze und klare Ansagen und reagiert sehr gut auf Körpersprache. Bei jemandem, der gerne ohne Unterlass plappert, wird der Hovawart unter Umständen schnell auf Durchzug stellen und stattdessen sein Ding machen.

Auf Zwang, Nervosität und Unsicherheit reagiert er hochempfindlich! Und er quittiert derartige Schwäche entweder mit Abbruch des Vertrauens, d.h., er nimmt seinen Halter nicht mehr für voll oder aber mit dominanten Gesten.

Wer meint, dass er einem Hovawart gewachsen sein könnte, der sollte über Gebühr geduldig sein und die Bereitschaft haben, mit dem jungen Hovawart jeden Tag aufs Neues von Vorne anzufangen. So lange, bis der Knoten platzt und sich die Beharrlichkeit auszahlt. Der Hovawart schnallt, aber es dauert sehr sehr lange.

Und das passiert ja auch:

Nicht zufällig sind es oft junge Rüden im Alter zwischen neun und vierundzwanzig Monaten, die „umständehalber“ abgegeben werden, weil die Halter überfordert sind: Nervlich und sicherlich auch zeitlich!

Und wenn ich schließlich die Liste einiger Eigenschaften, die dem Hovawart zugeschrieben werden heute wieder lese, so erkenne ich innerlich schmunzelnd die Parallelen zwischen Hund und Halter. Einfach schön.

Hingebungsvoll, wachsam, ausgeglichen, reserviert, aktiv, sensibel, gesellig, hohe Lernbereitschaft, Neugier, Energie, Spätentwickler…

Drum prüfe, wer sich nahezu ewig bindet, ob sich nicht etwas wirklich passendes findet.
Und schließlich: Ja, für viele ist ein Leben ohne Hund ein sinnloses Leben!
Aber: Egal, für welche Rasse oder Mischung man sich entscheidet, geht es immer darum, einem Wesen für viele Jahre artgerecht gerecht zu werden. In guten wie in schlechten Zeiten.

Und manchmal wird man ihnen am gerechtesten, wenn man sie nicht ins eigene Leben holt, weil es eben nicht oder noch nicht passt.

Das ist verantwortungsvolle Fairness gegenüber Mensch und Tier.